Die Tage im Schulclub – ein Interview mit Nicole

1. Liebe Nicole, erzähle uns doch kurz etwas zu dir.
Mein Name ist Nicole und ich bin 42 Jahre alt. Ich wohne seit meiner Geburt in Hohenstein-Ernstthal und bin zurzeit fest im Schulclub in Gablenz tätig.

2. Wie bist du auf den Schulclub aufmerksam geworden?
Ich bin auf euch aufmerksam geworden, weil ich schon über 7 Jahre im Ganztagsangebot-Bereich arbeite. Vor 3 Jahren habe ich in der Bildungsagentur im Bereich Berufsorientierung angefangen und habe schon immer mit Kindern von der ersten bis zur zehnten Klasse gearbeitet. Durch Corona war dann aber leider das Arbeiten nicht mehr möglich, was mich sehr traurig gestimmt hat. Mir hat die Arbeit mit den Schüler*innen sehr gefehlt. Ich habe dann durch das Internet mitbekommen, dass ihr eine Plattform seid und Menschen im GTA Bereich und Schulclubleiter sucht. Ich habe schnell eine Bewerbung geschrieben und den nächsten Tag hat mich dann auch Kursleiterin Anne schon angerufen. Dann kam das Vorstellungsgespräch und schließlich konnte meinen Vertrag unterschreiben. Seit September bin ich fest bei euch eingestellt.

3. Was sind deine Aufgaben im Schulclub?
Meine Aufgaben sind, wie meine Schüler*innen sagen würden, die „Mutti für alles zu sein“. Ich habe sehr großes Vertrauen zu meinen Schüler*innen und das auch umgedreht. Wir behandeln uns respektvoll, was sehr schön ist. Meine Aufgaben im Schulclub sind sehr vielfältig, z.B. dass ich mit den Schüler*innen Hausaufgaben mache, Projekte gestalte oder, wenn sie größere Aufgaben von der Schule bekommen, mitzuhelfen- ob es nun mit kopieren oder mit dem Gestalten ist. Ich helfe in Deutsch alles ordentlich umzusetzen, zu schreiben und zu verstehen. Nachhilfe mache ich auch. Wir basteln und reden sehr viel. Die Schüler*innen haben ein großes Vertrauen, wenn sie Probleme haben, ob es zuhause ist oder mit anderen Mitschülern. Da Kochen meine Leidenschaft ist, würde ich sehr gerne mit meinen Schüler*innen in nächster Zeit kochen. Für das nächste Jahr muss ich mir noch einen Plan machen, weil wir viele Projekte umsetzen wollen. Ein großes Projekt ist z.B., dadurch dass wir viele Schüler*innen aus unterschiedlichen Ländern haben, ein Kochbuch zu erstellen. Das heißt, wir wollen aus allen Ländern, aus denen die Schüler*innen kommen, ein Gericht kochen. Der eine soll das Kochen fotografieren, ein anderer soll dazu schreiben und somit wird das Kochbuch erstellt. Wir wollen es drucken lassen und versuchen, es irgendwo preiswert verlegen zu können. Das Kochbuch wollen wir dann an der Schule verkaufen und den Gewinn für die Schule oder den Schulclub nutzen. Im Schulclub ist immer etwas los und uns wird es auch nie langweilig.

4. Hat die aktuelle Pandemiesituation großen Einfluss auf deine Arbeit, was machst du aktuell mit den Kindern im Schulclub?
Ja, extrem. Wir müssen uns an viele Vorschriften halten und wir können nicht mehr so sein, wie man sein möchte. Wir können nicht so viele Ausflüge machen und ich muss immer darauf achten, dass der Schulclub nicht zu voll ist, wo dann manchmal andere Kinder darunter leiden, da es nicht mehr geht, große Klassen mit 25 Kindern aufzunehmen. Wir mussten immer schauen, dass wir die Corona Maßnahmen einhalten können, z.B. mit der vorgeschriebenen Hygiene. Auch mit dem Essen ist es schwierig, wir schauen aber sehr akribisch darauf, die Maßnahmen einzuhalten und uns gegenseitig zu schützen.

5. Wie werden deine Arbeit und deine Ideen von den Schüler*innen aufgenommen?
Sehr gut. Sie nehmen alles super auf, egal ob es die Jungs oder Mädchen sind. Es gibt sehr viel Interessen und mit den Mädchen haben wir z.B. gerade gestrickt. Es gibt jede Menge Projekte, Ideen und Basteleien. Es gibt kein Kind, das sich widersetzt, egal welche Ideen ich habe, sie nehmen diese sehr gerne an. Ich lasse mir aber immer viel Neues einfallen, damit es auch nicht zu langweilig wird.

6. Was wünschst du dir für die zukünftige Arbeit im Schulclub?
Ich muss sagen, dazu fällt mir eigentlich gar nichts ein, weil ich sehr glücklich bin, im Schulclub in Gablenz zu sein. Ich arbeite sehr gut mit den Lehrer*innen zusammen, womit mir auch an nichts fehlt. Wenn es irgendein Problem gibt, wird sofort versucht, dieses zu lösen oder dass ich alles bekomme an Arbeitsmaterialien. Es ist ein großartiges Arbeiten mit den Schüler*innen und Lehrer*innen, mit viel gutem Feedback und Unterstützung.

7. Was war bisher dein schönstes Erlebnis im Schulclub, was du gerne mit uns teilen möchtest?
Das kann ich dir auch sagen. Das ist eigentlich jeden Tag, wenn ich komme und die Schüler*innen sich freuen. Ich merke, dass ich gebraucht werde. Wir haben auch einen Schulclub über Whatsapp, wo die Kinder mich jederzeit etwas fragen können oder mich bei Problemen erreichen können. Das ist bei mir eigentlich jeden Tag das schönste Erlebnis. Wenn ich die Tür aufschließe, meine Schüler*innen kommen und wir erstmal zusammen unseren Tee trinken, Mittagessen oder Vesper machen. Wenn wir reden und ich in die strahlenden Gesichter schaue und sie sich freuen, dass ich da bin – dass sie aber auch, wenn ich zu Hause bin, an mich denken, das alles zeigt mir, dass ich meine Arbeit gut mache und meine Schüler*innen mich mögen. Ich bedanke mich auch ganz sehr bei Euch, dass ihr mir die Möglichkeit gegeben habt und ich wieder darin arbeiten kann, was ich eigentlich immer machen wollte. Bleibt alle gesund und passt auf euch auf.

Vielen Dank für das Interview, liebe Nicole und wir wünschen dir auch weiterhin soviel Spaß und Motivation im Schulclub!

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Bildquelle: Nicole Miller

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